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Ein Dorf spielt die Erlösung
Die Ausstellung "Ein Dorf spielt die Erlösung" zeigt die Geschichte der Oberammergauer Passionsspiele seit dem 17. Jahrhundert bis heute. Die Exponate werden sowohl im OberammergauMuseum als auch im Foyer des Passionstheaters gezeigt.
Öffnungszeiten Foyer des Passionstheaters und OberammergauMuseum während der Spielzeit 2010:
10.5. – 3.10.2010:
an Spieltagen: 9.00 - 14.30 Uhr und 17.00 – 20.00 Uhr,
an spielfreien Tagen (Mo und Mi): 9.00 – 18.00 Uhr
Ausstellungsinhalte:
Neben der Textentwicklung - eine Abschrift von 1662 stellt die älteste Fassung des Oberammergauer Textes dar – den verschiedenen Musikbearbeitungen, verdeutlicht durch Musikeinspielungen, werden die Bühnen-, Kostüm- und Requisitengeschichte durch selten zu sehende historische Exponate dargestellt.
Die Passionsspieltradition in Oberammergau wurde nach örtlicher Überlieferung 1633 durch ein Gelübde der „Gemeinds-Leuthe Sechs und Zwölf“, „die Passions-Tragödie“ alle zehn Jahre zu halten“, begründet.
Die verheerende Pestepidemie, die den Ort während des Schwedeneinfalls in Bayern heimgesucht hatte, kam daraufhin zum Stillstand und 1634 erfüllten die Oberammergauer zum ersten Mal das Gelübde.
Seit dem 19. Jahrhundert wurden die Oberammergauer Passionsspiele weltweit bekannt.
Die Aufführungsgeschichte der Passionsspiele ist ebenso durch Krisen gekennzeichnet wie durch den stetigen Mut, die Passion trotz aller staatlichen Verbote, Kriege und politischen und gesellschaftlichen Veränderungen zu spielen und dabei auch immer wieder einen jeweils zeitgemäßen Neubeginn zu wagen.
„Die Passion lebt nur, weil die Mitwirkenden sie durch die eigene Person zum Leben erwecken.“(Otto Huber) Der Fokus dieser Ausstellung liegt auf den Menschen. Auf den Dorfbewohnern, die sich seit Generationen mit dem Auftrag aus dem Evangelium „tut dies zu meinem Gedächtnis“ identifizieren und als Darsteller, Musiker, Spielleiter, Bühnenarbeiter uvm. zusammen mit den Besuchern aus aller Welt das Dorf Oberammergau zu einem ökumenischen Ort der Begegnung machen.
Die Erzdiözese München Freising stellt für die Ausstellung eine Nachbildung der Pestmatrikel zur Verfügung:
Das Sterbebuch der Pfarrei Oberammergau für die Jahre 1621 bis 1660, die so genannte Pestmatrikel, ist die einzige erhaltene Quelle, die über die Ursprünge der Passionsspiele Auskunft gibt.
Der Pfarrer trug in den Pestmatrikeln alle Taufen, Trauungen und Begräbnisse in seiner Pfarrei ein.
Seit Errichtung der staatlichen Standesämter im Jahr 1876 dienen die Matrikeln – bis heute – als rein kirchliche Amtsbücher.
Die Pestmatrikel von Oberammergau stellt wegen ihrer historischen Bedeutung eine besondere Kostbarkeit dar.
Das Archiv des Erzbistums ließ sie deshalb fachgerecht restaurieren und eine originalgetreue Nachbildung herstellen. Dieses Faksimile wird als „Gründungsurkunde“ der Oberammergauer Passionsspiele gezeigt.
Mehr Infos unter: www.oberammergaumuseum.de
Weiterführende Infos finden Sie unter den folgenden Punkten:
Öffnungszeiten während der Passion 2010: Museen, Bergbahnen, Gemeindebücherei und Schnitzschule hier zum Download
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