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Die Messer gewetzt – Schnitzkunst
Die Geschichte der Schnitzkunst in den Ammergauer Alpen
Schon im 12. Jh. wurde in den Ammergauer Alpen geschnitzt, 1563 wurde den Schnitzern vom Ettaler Abt eine Handwerksordnung verliehen. Im 16. Jh. entstanden Verlegerhäuser mit Niederlassungen in ganz Europa.
Vor allem Kinderspielzeug wie Hampelmänner und Tiere wurde verkauft. Schnitzwissen wurde anfangs in der Familie weitergegeben und später an der Oberammergauer Schnitzschule unterrichtet. Drei Jahre lang dreht sich alles um’s Zeichnen, Modellieren, Schnitzen, Materialkunde, Fassmalen — aber auch um’s Fachrechnen. Mit einer Gesellenprüfung schließt man ab.
Ganz echt, mit Charakter. In den Ammergauer Alpen lernen Sie, genau hinzusehen! Zwei Figuren des heiligen Josefs stehen nebeneinander. Der eine Josef steht aufrecht da, er blickt über die Schulter und hat die Hände gefaltet. Er hat eine Stupsnase. Der andere sieht fast genauso aus. Aber er blickt über einer markanten Nase geradeaus und reckt seine Hände nach vorne, in Richtung des Christuskinds. Der erste Josef ist ein „Südtiroler“, gefräst von einer computergesteuerten Maschine.
Solche Figuren entstehen aus einem zylinderförmigen Holzklotz und sie machen selten ausladende Gesten. Das können Maschinen einfach nicht fräsen! Josef Nummer zwei ist reine Handwerkskunst und wenn man den Blick erst geschärft hat, dann sieht man auch, dass diese Figuren einfach Charakter haben!
Echtes Handwerk von Standardware zu unterschieden ist gar nicht so einfach für den Laien. Lassen Sie sich bei einem Besuch in einer Schnitzwerkstatt Details erklären.
Seit 150 Jahren gibt es den St. Lukasverein, eine Vereinigung jener Schnitzer, die reines Handwerk anbieten. Ein Stempel zertifiziert die Figuren. Vieles zum Thema Schnitzen wird in der Lebenden Werkstatt im Pilatushaus deutlich. Da können Sie den Schnitzern aber auch anderen Kunsthandwerkern wie Hinterglasbildmalern oder Glasbläsern auf die Finger sehen und Fragen stellen.

