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Berge-Besteigen

Bergpanorama vom Pürschling
Bildbeschreibung: Bergpanorama vom Pürschling

„Warum steigt ihr auf Berge. Um dem Gefängnis zu entrinnen,“ schrieb Ludwig Hohl und Kafka meinte: „Die Hälse werden im Gebirge frei. Es ist ein Wunder, das wir nicht singen.“ Oder Nietsche im Zarathustra: „Man soll auf Bergen leben. Erlöst ist endlich meine Nase vom Geruch allen Menschenwesens.“

Berg-Sucht, Berg-Sehnsucht - der dichterische Mensch wurde immer pathetisch, wenn er versucht hat, Berg-Gefühle in Worte zu fassen. Ziemlich neuzeitliche Emotionen übrigens, denn lange Jahrhunderte waren Berge Terra Incognita, gefährlich und abweisend.

 

1. Der Superlativ Berg- Zugspitze
Mit 2962 Metern kratzt Deutschlands höchster Berg am Dreitausender. Und kein Berg bietet so eine Rundfahrt an: mit der Zahnradbahn zum Schneeferner-Gletscher auf dem Zugspitzplatt hinaufzufahren und zum Beispiel Deutschlands höchste Kirche besuchen.

Weiter mit der Gletscherbahn zum Sonn Alpin zum höchsten Kaffeetrinken Deutschlands. Raus zum höchstgelegenen Maibaum! Rein in die höchste Ausstellung über die Geschichte der Zugspitzbahn und surfen in Deutschlands höchstgelegenen Internet-Terminal. Runter mit der Seilbahn mit superlativem Blick auf den Eibsee und das Werdenfelser Land.

 

2. Der Mystiker Berg- Benediktenwand
Im 11. Jhd. soll der Name „Mons Sancti Benedicti“ erstmals gefallen sein. Ende des 13. Jhd. war Benedikt als Namenspatron bekannt. Berge gibt es viele, markante Berge auch, aber die Benediktenwand ist von weither sichtbar, egal ob man mit dem Auto oder Zug anreist, Kommt man von Miesbach her erhebt sich ihr östlicher Steilabfall wie eine Barriere.

Die Benediktenwand ist kein leichter Berg. Während des Dreißigjährigen Krieges war die berühmte Anastasia Reliquie gefährdet und ein ortskundiger Klosterjäger bekam den Auftrag, sie pietätvoll zu verbergen. Er tat wie ihm geheißen, einzig er kannte das Versteck. Im Tal wüteten die Soldaten und als sie endlich abgezogen waren, stieg der Jäger erneut auf den Berg. Und als er sich des Versteck nicht mehr ganz sicher war, sah er auf einmal ein gleißendes, überirdisches Licht - just dort wo der Schatz verborgen war.

Diese Höhle existiert noch heute und von seltsamen Lichterscheinungen erzählt man sich ebenfalls immer wieder. Die Wand bewahrt viele Geheimnisse!

 

3. Karwendel
Das Karwendel ist ein Gebirgszug zwischen dem Tiroler Achensee, dem Sylvensteinspeicher, Mittenwald und dem Inntal. Am einfachsten und doch so imposant erobert man das Gebirge mit der Dammkarbahn in Mittenwald.

In Scharnitz ist das Besucherzentrum des Alpenparks Karwendel ein guter Einstieg. Besucherzentrum mag etwas hoch gegriffen sein, aber es erzählt doch von einem Gebirge, das abweisend ist und schroff, voller dramatischer Brüche und Kamine. Auch eines voller Höhlen und in der Vorderkarhöhle auf 1850 Metern hat der legendäre Pleisen-Toni ein 8000 Jahre altes Elchskelett gefunden.

Die Waldgrenze lag deutlich höher und Mama Elch streifte damals mit dem Jungen durch die Wälder. Dann brach das Kleine irgendwo ein, stürzte ab, schleppte sich noch in einen Nebengang der Höhle und verendete. Verletzungen am Kiefer haben diese Theorie bestätigt, die Geschichte vom armen kleinen Elch ....

Solche Geschichten gehören zum wilden Karwendel, zum Karwendel gehören Blut und Tränen und der Schweiß. Karwendelgeschichte ranken sich auch um kühne Gesellen: Früher konnte Holz nur über Wasserwege zu Tale gebracht werden. Man lagerte es in Klausn, kleinen Becken in den Gebirgsbächen.

Mit dem Schmelzwasser wurde Wasser gestaut und dann wurde das Klausntor aufgerissen. Die Hölzer schossen in die Klamm und weiter in die Isar zur Lände. Wenn sie sich nicht verkeilten! Wer da heute in die Klammen blickt, kann ermessen, was es für einen Trifter bedeutet haben muss, in die Klamm zu steigen und die Stämme wieder in Fahrt zu bekommen!


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