Osterbräuche

In den Ammergauer Alpen lebt die Tradition. Dies zeigt sich auch an Ostern bei vielen kleinen und teilweise auch kuriosen 'Veranstaltungen'

Ostereikugeln am Osterbichl in Unterammergau

In den Ammergauer Alpen stolpert man in verschiedenen Orten über den Namen 'Osterbichl', was wohl einen ostseitigen Hügel bezeichnet. Das Wort Oster hat also nichts direkt mit Ostern zu tun. Dennoch gab es früher am Osterbichl in Unterammergau (unterhalb der Kapelle Kappel), den Brauch, dass Familien mit ihren Kindern am Ostersonntag mit hart gekochten und bemalten Eiern auf den Osterbichl stiegen um die Eier in einem Wettbewerb hinunterkugeln zu lassen. Das Kind, dessen Ei es am weitesten schaffte, hatte gewonnen.

Die Kirchenglocken 'fliegen nach Rom'

Am Gründonnerstag verstummen in den katholischen Kirchen die Glocken als Zeichen der Trauer. Der Volksmund sagt 'Die Glocken fliegen nach Rom'.
laufen die Ministranten in 6 Gruppen am Karfreitag und Karsamstag mit Ratschen und Klappern um 6 Uhr, 12 Uhr und 18 Uhr durch den Ort und 'ersetzen' so die Kirchenglocken. In Oberammergau erschallen Ratschen und Klappern direkt aus dem Kirchturm.

Palmsonntag-Prozession

Der Palmsonntag leitet als Sonntag vor Ostern die Karwoche ein. An diesem Tag wird des Einzugs Jesu Christi in Jerusalem gedacht.
In Bad Kohlgrub zieht eine Prozession vom Rochuskircherl durch der Moorkur-Ort.
In Oberammergau trifft man sich am Passionstheater und läuft in einem feierlichen Zug durch den Ort zur Pfarrkirche St. Peter und Paul. Besonders beeindruckend ist der Einzug in die Kirche, es erklingt das 'Heil Dir' von Rochus Dedler, der dieses Lied für die Passion komponierte.

Palmweihe

Am Palmsonntag werden in der Palmweihe Palmbuschen, Palmstöcke, auch echte Palmwedel, Ölzweige, Palmkätzchen oder Buchsbaumbüschel, zuvor mit Weihwasser gesegnet, in der kirchlichen Prozession als 'Zeichen des Lebens und des Sieges' mitgetragen, und anschließend in den Wohnungen hinter das Kruzifix gesteckt.

Ministranten 'bitten um Ostereier'

Der Brauch ist darauf zurückzuführen, dass die Ministranten früher in ihre Körbe Ostereier sammelten.

Die Ministranten laufen traditionsgemäß am Karsamstag durch die Gemeinde. Den ganzen Karsamstag Vormittag erschallt es überall 'Ministranten bitten um Osteroar' (Ostereier). Die Ministranten erbitten so Geld, Süßigkeiten und selbstverständlich auch Ostereier. Damit holen sie sich eine Art Belohnung für ihre ganz jährigen Dienste in der Kirche.

Osterkerzen

Jedes Jahr zu Ostern fertigen die Damen des Frauenbundes Oberammergau wunderschöne Osterkerzen an, die im Anschluss an die Palmsonntags-Messe verkauft werden. Der Erlös kommt jedes Jahr einem guten Zweck zu Gute.