Kirchweih-Kiachal, Kirchweih-Küchlein (Auszogene)

Kirchweih, auch „Kirta“ genannt, war eines der wichtigsten Bauernfeste im religiösen Jahresverlauf. Ursprünglich wurde das Kirchweihfest (der sogenannte Kirchtag) immer am Namenstag des Kirchenpatrons (Schutzheiligen), dem Jahrestag also, an dem die Kirche geweiht wurde, abgehalten.

Für die ländliche Bevölkerung war es eines der wichtigsten Feste im Jahr, hatte man sonst doch selten die Möglichkeit bei Musik, Tanz, gutem Essen und natürlich auch beim Bier die Mühen des Alltags zu vergessen. Dass es nach so vielen leiblichen Genüssen auch oft zu Raufereien gekommen ist, ist wohl anzunehmen.

Ein richtiger Kirta dauerte drei Tage: "Sunda, Moda und Irda und es ko si leicht schicka, glei gar bis zum Migga" sagte man. Ab 1868 wurde dann der Kirta auf den 3. Sonntag im Oktober festgelegt - nicht zuletzt, um den landwirtschaftlichen "Arbeitsausfall" auf eine Zeit nach der Ernte zu legen. Im südlichen Bayern haben sich zu diesem Tag zahlreiche Bräuche entwickelt.

Man denke nur an die Kirchweih-Kiacherl oder die Kirchweih-Gans - guten Appetit. Nachstehend ein Rezept für die leckeren Kirchweih-Kiacherl:

Kirchweih-Kiacherl - eine Spezialität, die es nur zu Kirchweih gibt
Kirchweih-Kiacherl - eine Spezialität, die es nur zu Kirchweih gibt - © Ammergauer Alpen GmbH, Mathias Neubauer

Zutaten

Ca. 500 g Mehl
½ Würfel Hefe
300 ml lauwarme Milch
2 geh. EL. Zucker
1 Vanillezucker
1 Ei
etwas abger. Zitronenschale
1 Prise Salz
nach Belieben auch Rosinen

Biskin zum Ausbacken

In das Mehl in der Rührschüssel eine Mulde drücken für das „Dampfla“:
Hefe hineinbröckeln, 1 TL Zucker dazu und mit etwas lauwarmer Milch und Mehl
vom Rand zu einem dickflüssigen Brei verrühren; an einem warmen Ort ca.
20 Minuten gehen lassen.

Alle Zutaten sollen vor der Weiterverarbeitung Zimmertemperatur haben.

Das Dampfla mit 1 Prise Salz (nicht auf die Hefe streuen), dem Zucker, Ei,
Zitronenschale und der restlichen Milch zu einem geschmeidigen Teig schlagen bzw.
mit der Küchen- oder Knetmaschine rühren, danach wieder ca. ½ Std. gehen lassen.

Dann mit 2 Esslöffeln, die immer wieder in Mehl getaucht werden, 12 Portionen
abstechen und auf dem Nudelbrett zu Kugeln formen, diese wiederum zugedeckt
ca. 15 Minuten gehen lassen.

In der Zwischenzeit das Fett auf 180 ° erhitzen. Die Teigkugeln mit den Fingerkuppen
so auseinanderziehen, dass der Rand etwas dicker bleibt und die Mitte ziemlich dünn.

Einzeln goldbraun von beiden Seiten ausbacken

 

An Guadn !

(Auszug aus dem Kochbuch "Ammergauer Alpen Genuss")