Ortsgeschichte Bad Kohlgrub

Die Frühgeschichte Bad Kohlgrubs und des Ammergaus ist weitgehend unbekannt. Für eine zeitweise Anwesenheit der Kelten spricht der Ammer (bedeutet Wasser).

© Hanspeter Schoene

Die Grabungen, die vor Jahren auf dem südlich gelegenen Döttenbichl bei Oberammergau durchgeführt wurden, förderten jüngst sensationelle Funde zutage. In diesem Heiligtum oder nahebei lieferten sich 15 v. Chr. Römische Soldaten mit der einheimischen Bevölkerung einen Kampf. Demnach war das Ammertal nicht unbesiedelt wie angenommen, sondern vom alpinen Stamm der Räter bewohnt.

um etwa 800:

entsteht die erste Ansiedlung. Aus dieser Zeit stammt auch der Ortsname 'Kohlgrub' = Grube der Köhler.

ab 1074:

Kohlgrub unter der Lehenshoheit der Welfen, später der Klöster Rottenbuch und Ettal, um diese Zeit entsteht auch der erste Kirchenbau. Die Menschen leben von der Land- und Forstwirtschaft sowie der Köhlerei.

ab 1509:

eigene Schule

Um 1633

im Gefolge des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) immer wieder Einquartierungen und Plünderungen.

ab etwa 1700:

nachgeborene Bauern- bzw. Söldnersöhne sind als Bader, Tuch-, Sensen- und Buchhändler im südosteuropäischen Raum tätig.

1731 - 1880:

Glashütte in Aschau, der Hörnlewald liefert das nötige Brennmaterial.

ab 1775:

Salzstraße von Murnau über Kohlgrub nach Bayersoien.

1835:

Gründung einer optischen Glasschleiferei (Herstellung von Fernrohren) im Ortsteil Gagers.

1870:

Entdeckung von Stahlquellen und Moor als Heil- und Kurmittel.
 
Wie am Anfang vieler wichtiger Entwicklungen wäre es auch in Bad Kohlgrub vielleicht mit Bad und Kur nichts geworden, wenn es nicht ein paar sture, eigensinnige Männer gegeben hätte, die an ihre Entdeckung geglaubt haben und gegen viele Widerstände um ihr Bestehen kämpften.
Diese drei haben sich um das Heilbad Kohlgrub in seinen Anfangsjahren besonders verdient gemacht:
Dr. Simon Spengel - August Kienzerle - Prof. Dr. Eduard Reichardt

1878:

Ortsteil Gagers erhält von der Kammer des Innern des Königreiches Bayern den Titel 'Bad' verliehen.

1900:

Kohlgrub hat 1018 Einwohner und 406 Gästebetten.
 

1908:

Erste deutsche Skimeisterschaft auf bayerischem Boden am Hörnle.
 

1914 - 1918:

Aus dem Ersten Weltkrieg kehren 59 Kohlgruber nicht mehr zurück.

1939:

Kohlgrub hat 1.241 Einwohner und 885 Gästebetten.
Es kommt die 'neue Zeit'.

1941:

Das Kurhaus im Ortsteil Gagers wird Lazarett.

1939 - 1945:

105 Kohlgruber und 35 Heimatvertriebene fallen auf den Schlachtfeldern Europas.

1945 - 1948:

820 Heimatvertriebene und andere Flüchtlinge aus dem deutschen Osten, vor allem aus dem Sudetenland und aus Schlesien, finden in Kohlgrub eine neue Heimat.

1948:

der gesamte Ort erhält vom Innenministerium des Freistaates Bayern den Titel 'Bad' verliehen.

1953/54:

Bau einer Sesselbahn auf das Hörnle.

ab 1959:

Anlage des Kurgartens mit dem 'Haus der Kurgäste'. Erneuerung und Ausbau der Wasserversorgung und Kanalisation. Bau der Grund- und Hauptschule mit Turnhalle. Erstellung des Sport- und Freizeitzentrums 'Am Erle'. Bau des Kurpark-Restaurant-Cafes mit großem Saal, Schützenstube und Gemeindebücherei. Neubau einer Kläranlage. Bau eines Feuerwehrgerätehauses. Ausbau des Straßen- und Wanderwegenetzes.

1994:

Bad Kohlgrub hat 2.190 Einwohner und 3.100 Gästebetten. Es konnten 25.000 Gäste begrüßt und 481.000 Übernachtungen registriert werden.