Über König Ludwig

'Ein ewig Rätsel will ich bleiben mir und anderen' - bis heute fasziniert dieses Rätselhaft die Menschen aus der ganzen Welt

© Bayerische Schlösserverwaltung

Der König Ludwig II. von Bayern gehörte zu den außergewöhnlichsten Personen des 19. Jahrhunderts

Biographie

Geboren am 25. August 1845 in Schloss Nymphenburg
König von Bayern 1864-1886
Gestorben am 13. Juni 1886 im Starnberger See

Prinz Ludwig

Der Geburtstag Ludwigs fiel auf den Tag des heiligen Ludwig IX., König von Frankreich und Stammvater des Hauses Bourbon. Der Taufpate des Prinzen, sein Großvater Ludwig I. hatte Ludwig XVI. von Frankreich zum Paten gehabt. Diese Beziehung zum Königshaus der Bourbonen blieb für den Prinzen zeitlebens bedeutsam.

Prinz Ludwig und dessen Bruder Otto erhielten eine strenge und pflichtbetonende Erziehung. Der Vater Maximilian II. von Bayern und die Mutter Marie von Preußen hielten Distanz.

Der junge König

1864 wurde Ludwig mit nur 18 Jahren zum König gekrönt: ohne Politik- und Lebenserfahrung.

Rückblickend äußerte er sich 1873: 'Ich bin überhaupt viel zu früh König geworden. Ich habe nicht genug gelernt. Ich hatte so schön angefangen, Staatsrecht zu lernen. Plötzlich ward ich herausgerissen und auf den Thron gesetzt. Nun, ich suche noch zu lernen '

Die größte Niederlage seines Lebens erlitt Ludwig II. bereits 1866. In diesem Jahr besiegte das expandierende Preussen im 'Deutschen Krieg' Österreich und Bayern. Dadurch war Bayern von nun an außenpolitisch von Preußen abhängig und der bayrische König nur noch ein 'Vasall' seines preußischen Onkels.

Gegenwelt

Durchdrungen war der König von der Idee eines heiligen Königtums von Gottes Gnaden. Er war ein konstitutioneller Monarch, ein Staatsoberhaupt mit Rechten und Pflichten und nur sehr geringen Spielräumen. Daraufhin errichtete sich Ludwig eine Gegenwelt, in der er sich - fern von der Gegenwart - als richtiger König empfinden konnte. Seit etwa dem Jahre 1875 lebte stets in der Nacht und schlief am Tage.

Gralskönig

Ludwig II. identifizierte sich zunehmend mit Parzival, jener mittelalterlichen Sagengestalt, die dank Reinheit und Glauben zum Gralskönig wird und damit zum Erlöser des sündenbeladenen Vorgängers. Das Schloss Neuschwanstein welches ursprünglich dem Sängerwesen des Mittelalters gewidmet war, wurde neu interpretiert als Gralsburg und der Thronsaal zur Gralshalle ausgestaltet - für ein Mysterium des Erlösens zum Heile der Welt.

'Der Einsame'

Auf Dauer war seine selbstgewählte 'ideal-monarchisch-poetische Einsamkeit' nicht mit den Pflichten eines Staatsoberhauptes zu vereinbaren. Ebenso wenig waren die immer neuen Kulissen mit den privaten Mitteln Ludwigs zu finanzieren. Er scheiterte letztlich an dem Wunsch, Illusion und Traumsphäre in der Wirklichkeit zu verankern.

Ausländische Banken drohten seit 1885 mit Pfändung. Da darauf keine entsprechende Reaktion durch den König erfolgte kam es 1886 zur Unmündigkeitserklärung Ludwigs und Absetzung durch die Regierung. Ludwig II. wurde in Schloss Berg interniert. Einen Tag danach kam er zusammen mit dem Psychiater, der das Unmündigkeitsattest verfasst hatte, unter ungeklärten Umständen im Starnberger See ums Leben.