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title: "Krippenweg in Oberammergau – Krippenkunst und Holzschnitzerei"
url: "https://www.ammergauer-alpen.de/krippenweg"
description: "Der Krippenweg der Ammergauer Alpen zeigt traditionelle Krippenkunst und die typische Holzschnitzkunst Oberammergaus in einer stimmungsvollen alpenländischen Atmosphäre."
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Krippenweg Oberammergau

Ein Streifzug durch eine ganz besondere Volkskunst

 

Krippenweg in Oberammergau
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Herzlich Willkommen am **Oberammergauer Krippenweg**! Der Weg führt von der evangelischen Kreuzkirche durch den Ortskern Oberammergaus zur katholischen Pfarrkirche Sankt Peter &amp; Paul. Den Flyer dazu mit Wegverlauf gibt’s in der Tourist Information Oberammergau oder .

Auf dieser Seite werden wir bei jeder Krippe etwas Wissenswertes zu den Krippen und ihren Figuren beleuchten.

 

- 1. Himmlische Klänge in der Evangelischen Kreuzkirche
    
    ***„Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder und kommet, o kommet nach Bethlehem. Christus, der Heiland, stieg zu uns hernieder. Kommt, lasset uns anbeten den König, den Herrn.“** – Nach der dt. Version des Kirchenliedes „Adeste fideles.“*
    
    Vier Engel huldigen mit Harfe, Orgel, Laute und Cello dem schlafenden Christuskind. Doch nicht nur Engel singen in seinem Beisein Jubellieder: Mit dem Aufstellen einer Hauskrippe kann jeder das Jesuskind in die eigene Stube holen und dessen Geburt feiern.
    
    Vor etwa 250 Jahren fanden vor allem im alpenländischen Raum die Krippen ihren Weg aus den Kirchen zu den Leuten nach Hause. Die Oberammergauer Schnitzer kamen der enorm gestiegenen Nachfrage nach und schnitzten für ganz Europa. Der Oberammergauer Krippenweg macht diese lange Tradition mit einer großen Vielfalt an Krippen sichtbar.
- 2. Die Menschwerdung in der Werkstatt Marion Jochner 
    
    **„…und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe…“ -** Lk 2,7
    
    Die theologische Relevanz einer Windel erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Warum steht dieser Nebensatz in dieser an Ausschmückung armen Weihnachtsgeschichte? Gott ist in dieser Nacht Mensch geworden. Nicht den Menschen ähnlich oder nur dem Schein nach Mensch. Er ist Mensch. So betrat er diese Welt genauso hilflos wie wir alle. Die Windel kann als Symbol für diese Hilflosigkeit gesehen werden, eine göttliche Macht liegt mit dieser Betrachtungsweise nicht Nahe.
    Das Christuskind mag vielleicht alleine hilflos sein, schutzlos ist es aber nicht. Wir sehen das Kind in der Geborgenheit eines Schutzengels. Dieser Engel kann für den göttlichen Schutz stehen. Oder auch für den elterlichen Schutz durch Maria und Josef.
- 3. Holzschnitzerei Florian Härtle
    
    Hier haben wir gleich zwei Darstellungen.
    
    Diese Holzfigur zeigt den Hl. Franziskus von Assisi. Geboren rund 1200 Jahre nach Christus, würde man ihn auf einem Krippenweg nicht unbedingt erwarten. Doch ohne ihn, gäbe es desen Weg vermutlich nicht: Der Heilige Franziskus gilt nämlich als Urvater der Weihnachtskrippe. Ihm war es ein Anliegen, die Menschen für die Andacht für den Heiland zu begeistern. So bereitete er zum Weihnachtsfest 1223 die erste Krippe. Allerdings nicht aus Holzfiguren, sondern mit Statisten, Ochs und Esel aus der Region. Das war allerdings nicht unumstritten. Manche befürchteten, dass dadurch der gebotene Ernst verloren gehen und das Weihnachtsgeschehen zu „spielerisch“ dargestellt werden könnte. Der Erfolg der Krippendarstellung ließ sich über die Jahrhunderte hinweg dennoch nicht aufhalten.
    
    Übrigens: Der Heilige Franziskus wird oft, wie auch hier, von Tauben umgeben dargestellt. Franziskus gilt in der traditionelle Rezeptionsgeschichte als ein Naturliebhaber, der in den Tieren die Schöpfung Gottes erkannte. Dies zeigt sich in der Erzählung der “Vogelpredigt”, in der er zu den Tauben von der Liebe Gottes sprach.
    
    Die zweite Krippe stellt eine Faulenzerkrippe dar. Könnt ihr euch schon denken, warum sie so heißt? Eine Antwort gibts auf diesem Weg an späterer Stelle.
- 4. Die Dreifaltigkeit beim Schuhhaus Wolf
    
    Es kommt immer auf die Perspektive an: Wird in vielen Krippen die Armut Jesu beschrieben, wählen manche Künstler eine andere Herangehensweise. Bei dieser Darstellung steht die Inkarnation der Weisheit Gottes im Vordergrund. Die Betrachtenden direkt anblickend, hat Jesus hier seine Hand zum Segen erhoben.  Über ihm schweben im Strahlenkranz eine Taube mit Dreieck: Symbol der Dreifaltigkeit aus dem Vater, Sohn und dem Heiligen Geist. Eine weitere Unterstreichung der Göttlichkeit Jesu.
    
    Diese Darstellung der Ankunft Christi stammt aus der Holzschnitzerei Klucker.
- 5. Ein geflügeltes Schwein bei Trachtenmoden Paulisch 
    
    Moment mal. Ein Schwein? In der Darstellungsgeschichte der Weihnachtsszene spielen Tiere eine wichtige Rolle. Neben Ochs und Esel ist oft eine ganze Herde von Schafen zu sehen. Schweine hingegen sind in der Krippe eher unüblich.
    
    Hier sehen wir kein normales Schwein. Diese Figur ist gekrönt, beflügelt und in ihrer Darstellung völlig unbeeindruckt von jeder Tradition. Was genau das Schwein bedeutet, kann jeder und jede für sich entscheiden. Vielleicht erinnert es als Glücksschwein daran, dass Gott in seinem Sohn Freude und Hoffnung in die Welt gebracht hat.
- 6. Eine Faulenzerkrippe in der Stern Apotheke
    
    ***„Wenn die stade Zeit vorüber ist, dann wird´s auch wieder ruhiger.“***
    
    Karl Valentin
    
     Mitten im alljährlichen Weihnachtsstress werden die Krippen im Wohnzimmer aufgestellt. Zwischen Backen, Geschenke besorgen, Christbaum aufstellen etc. zu einem Zeitpunkt, an dem man über die ein oder andere Aufgabe weniger eigentlich froh wäre.
    
    Eine sogenannte Faulenzerkrippe erspart dem Aufstellenden das aufwändige Gestalten der Krippe. Man braucht nur in den Keller gehen, die Kiste holen und an einem schönen Ort platzieren. Der Name dieser Krippenart ist also Programm.
    
    Diese Krippe stammt von Tobias Haseidl.
- 7. Klubberlkunst im Lieblingsladerl 
    
    Der dem bayerischen nicht mächtige Leser frägt sich möglicherweise, was ein Klubberl-Kunstwerk wohl sein könnte. Als Klubberl werden in Bayern Wäscheklammern bezeichnet. Und wer nicht glauben kann, dass aus diesen Klubberln ansprechende Kunstwerke geschaffen werden können, der kann bei dieser Krippe des Oberammergauers Christian Mayr und in dessen Werkstatt „KünstlerEien“ eines Besseren belehrt werden.
    
    Was bei dieser Krippe im Besonderen auffällt, ist die Heiterkeit der Figuren. Feierlichen Ernst sucht man hier vergebens, die Freude über die Geburt Jesu ist überall zu spüren:  Begleitet von Musik und Festmahl ist das Glück jeder Figur ins Gesicht geschrieben. Oh, du fröhliche Weihnachtszeit!
    
    Diese Krippe stammt von den “KünstlerEien”, Christian Mayr
- 8. Die Sterndeuter bei Ergo- und Familientherapie Schwaier
    
    Der Stern diente den drei Sterndeutern als Zeichen, dass der König der Juden geboren sei, welchen sie nun suchen möchten. Dass es drei gewesen sein sollen, wird in den Evangelien übrigens nicht direkt erwähnt. Es wird davon abgeleitet, dass sie die drei berühmten Geschenke mitgebracht haben sollen: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
    
    **„Völker wandern zu deinem Licht und Könige zu deinem strahlenden Glanz.“** – Jesaja 60,3
    
    Alttestamentliche Verse wie dieser haben dazu beigetragen, dass aus den im Matthäusevangelium erwähnten Magiern Könige wurden. Dass Könige an die Krippe eines Kindes pilgerten, macht wiederum klar, dass ebendieses Kind der „Rex Regum“ ist, der König der Könige.
    
    Viele frühchristliche Theologen sehen in den drei Magiern Vertreter der drei damals bekannten Erdteile: Caspar aus Afrika, Melchior aus Europa und Balthasar aus Asien.
    
    Diese Krippe stammt von Theo Zunterer.
- 9. Historische Kirchenkrippe im Oberammergau Museum 
    
    Das Oberammergau Museum ist Heimat verschiedener Krippen, beispielsweise Papierkrippen des Oberammergauer Lüftlmalers Franz Seraph Zwinck, dem Schaffer der Malereien am Pilatushaus. Das Herzstück der Ausstellung ist jedoch die historische Kirchenkrippe: Bestand die Krippe 1760 aus nur wenigen Figuren, wurde sie doch über die folgenden 100 Jahre kontinuierlich von heimischen Schnitzern erweitert. So wurde aus einer Weihnachtskrippe eine Teiljahreskrippe, die den Festen des Kirchenjahres entsprechend angepasst wurde. Die Figuren sind Gliederpuppen. Das heißt, die Gliedmaßen sind mit Kugelgelenken befestigt und sind so beweglich. Die Gelenke sind von den Kostümen der Figuren verdeckt. Diese Kostüme sind übrigens den damaligen Kostümen der Passionsspiele nachempfunden. Dank dieser Krippe wissen wir also, wie die damaligen Passionsspielkostüme aussahen.
    
    Ein Besuch des Museums lohnt sich allemal. Neben der Krippenausstellung gibt es dort spannende Ausstellung zu den alten Römern und Rätern in Oberammergau, zur hiesigen Schnitzkunst und eine Sonderausstellung des Künstlerbundes Garmisch-Partenkirchen.
- 10. Abstrakte Weihnacht im Modehaus Haag
    
    Diese Weihnachtsdarstellung entspringt direkt dem Baumstamm. Wir sehen Maria und Josef mit einem Hirten und seinen Schafen, die im Stall schlafen. Die Weihnachtsgeschichte ist hier in ihren Umrissen nur angedeutet. Und das zentrale Element der Geschichte, das Jesuskind, bleibt den Betrachtern komplett verborgen.
    
    Dieses Kunstwerk stammt von Konrad Saal.
- 11. Der Heilige Josef in der Holzschnitzerei Franz Barthels 
    
    Josef steht an der Futterkrippe, auf der Jesus gebettet liegt. Die Laterne in seiner Hand erleuchtet den dunklen Stall mit schummrigem Licht. Vor einigen Monaten erfuhr er von der Schwangerschaft seiner Verlobten Maria. Sie wurde schwanger, ohne dass sie zuvor zusammengekommen waren. Josef wollte Maria daraufhin in aller Stille, ohne sie bloßzustellen, verlassen. Ein Engel hielt ihn jedoch davon ab, denn das Kind sei vom Heiligen Geist und werde das Volk erlösen. (Mt 1,18-25)
    
    Nun steht er an der Seite Marias und Jesu in der Stadt seines Vorfahren, des Königs David. Bald wird er mit ihnen vor der Gewalt des Königs Herodes nach Ägypten fliehen müssen. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Nazareth wird er Jesus großziehen und in seinem Gewerk, der Zimmerei unterweisen.
- 12. Ein Stern ist aufgegangen im Haushaltsladen 
    
    Wie der Stern einst die drei Weisen nach Bethlehem geführt hat, so begleitet er auch uns durch die Weihnachtszeit Er erscheint nicht nur in den Weihnachtskrippen, sondern auch an den meisten Christbäumen und in Dekoration jeglicher Art.
    Seit dem frühen Christentum ist der Stern ein zentrales Symbol für die Weihnachtsgeschichte. Er ist, wie bei den drei Weisen, ein Orientierungspunkt. Er ist aber auch ein Beweis der universalen Göttlichkeit Jesu. So heißt es im Buch Numeri (24,17) in einer Vorhersagung:
    
    > Ein aus Jakob hervorgegangener Stern wird zum Anführer.
    
    Diese Vorhersage ist nun wahr geworden. Der Stern macht die Geburt Christi auf der ganzen Welt sichtbar, sie wird so zum kosmischen Geschehen.
    
    Dieser Stern stammt von Florian Stückl.
- 13. Engelsgeschenke bei Lang Sel. Erben 
    
    ***„Vom Himmel hoch, da komm ich her“** -* Weihnachtslied von Martin Luther
    
    Zwei Engerl stehen unten auf der Erde und empfangen das Christkind, das unter bemerkenswerter Anstrengung eines weiteren Engels über den Stern von Bethlehem zu uns hinabsteigt. Das Kind trägt einen Königsroten Mantel und einen Reichsapfel, Zeichen seiner Herrschaft.
    
    Neben den Engerln steht bereits ein Rentier bereit, das den Kindern Geschenke bringen wird. Dies kann, neben der sehr präsenten Weihnachtstradition des Schenkens, auch als Hervorhebung Christi als Geschenk Gottes an die Menschen verstanden werden. Eine Gabe, die die Liebe Gottes zu den Menschen betont.
- 14. Die „Heilige Nacht“ bei MomStar 
    
    **„Und in den hellen Jubelg'sang,**
    **Im Orgel- und im Harfaklang**
    **Hat jetzt**
    **A tiafe Stimm o'g'setzt,**
    **Mit G'walt,**
    **So wia 'r a Glock'n hallt:**
    **»Kommt alle z'samm!**
    **Ihr braucht koa Furcht net hamm!**
    **Die höchste Freud wird euch verkünd't,**
    **Im Stall dort liegt das Christuskind.**
    **So hat die Nacht**
    **Den Heiland bracht**
    **Zu dieser Stund.**
    **Ehre sei Gott in der Höh'**
    **Und Frieden den Menschen herunt!“**
    
    Aus der Heiligen Nacht von Ludwig Thoma (Entnommen aus: Projekt Gutenberg)
    
    Ludwig Thoma, 1867 in diesem Haus geboren, betont in seiner Weihnachtgeschichte „Heilige Nacht“ die Armut und Bescheidenheit der Heiligen Familie. So konnte sich die ärmliche, damals kriegsgeplagte Bevölkerung Bayerns mit ihr identifizieren.
    
    In diesem Abschnitt  des Versepos verkünden die Engerl den Hirten die frohe Botschaft.
    
     Diese Engerlfiguren stammen von Marion Jochner.
- 15. Krippengeschichte beim Sanitätswolf
    
    Betrachten wir mal den Beginn der Krippenbaukunst:  Genau datieren lässt sich dieser Beginn nicht. Als Vorläufer der uns geläufigen Krippe können Darstellungen der Weihnachtsgeschichte (beispielsweise in Altären) im Hochmittelalter gesehen werden.
    
    Die Krippenkunst in Südbayern begann im 17. Jahrhundert und wurde stark von den Jesuiten geprägt, die die Weihnachtskrippe als Mittel der Glaubensvermittlung nutzten. Erste Krippen fanden sich vor allem in Kirchen. Sie waren inspiriert von italienischen Krippen, insbesondere aus Neapel, die durch Händler und Geistliche nach Bayern gelangten.
    
    Dargestellt wurden die Heilige Familie, Hirten, Engel und oft auch regionale Figuren in alpenländischem Ambiente. Diese Verschmelzung von Glaube und lokaler Kultur prägte die Entwicklung der Krippenkunst nachhaltig.
- 16. Krippengeschichte bei der Holzschnitzerei Keller 
    
    Während der Aufklärung im späten 18. Jahrhundert geriet die Krippenkunst in Südbayern zunehmend unter Druck. Die Reformen unter Kaiser Joseph II. sahen religiöse Volksbräuche wie Krippen als unnötig und abergläubisch an. Viele Kirchenkrippen wurden entfernt oder verboten, um die „Vernunft“ und eine nüchterne Religionsausübung zu fördern.
    
    Doch die Bevölkerung hielt an der Tradition fest. Krippen wanderten aus den Kirchen in die Privathaushalte, wo sie als „Hauskrippen“ weiterhin gepflegt wurden. Hier entstand eine neue Vielfalt: Krippen spiegelten zunehmend die Lebenswelt der Menschen wider, mit lokalen Trachten und alpinen Landschaften. Diese Entwicklung bewahrte die Krippenkunst vor dem Verschwinden und legte den Grundstein für ihre heutige Popularität.
- 17. Eine Fahrgemeinschaft bei Naturtextilien Bebba
    
    Wir sehen hier ine humorvolle Darstellung der Reise der heiligen drei Könige. Anders als bei den meisten anderen Darstellungen steht hier aber deren Bezeichnung als Sterndeuter bzw. Magier und weniger ihre Königswürde im Vordergrund. Im Gegenteil, dass sie sich zu dritt ein Kamel als Reittier teilen müssen, welches noch dazu einen kleinen und überfüllten Anhänger hinterrherzieht, wirkt gar nicht königlich.
    
    > Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. (Mt 2,9)
    
    In der Weihnachtsgeschichte des Matthäus geht der Stern nicht einfach über Bethlehem auf und dient den Sterndeutern als Fixstern. Er zieht vor ihnen her.
    
    Der dritte Sterndeuter auf dem Kamel dieser Darstellung hält den Stern in seiner Hand. Seine Position ist also auch in dieser Darstellung an die Position der Sterndeuter gekoppelt.
    
    Diese Krippe stammt von Michaela Müller-Unruh.
- 18. Krippengeschichte beim Hotel Böld
    
    In neuerer Zeit hat die Krippenkunst aus Oberammergau einen weltweiten Ruf erlangt, insbesondere durch die herausragende Holzschnitzkunst der Region. Die Tradition des Schnitzens, ursprünglich durch die Passionsspiele gefördert, wurde ab dem 19. Jahrhundert auf die Herstellung von Krippenfiguren ausgeweitet. Oberammergauer Schnitzer fertigen Figuren von höchster handwerklicher Qualität, die oft detaillierte Gesichtszüge und lebendige Körperhaltungen zeigen.
    
    Mit dem wachsenden Interesse an traditioneller Weihnachtskunst werden diese Krippenfiguren weltweit exportiert und schmücken Privathaushalte, Kirchen und Museen. Besonders gefragt sind alpenländische Szenen mit Hirten, Engeln und der Heiligen Familie. Oberammergau bleibt ein Zentrum für hochwertige, handgefertigte Krippen, die den Geist bayerischer Volkskunst in die Welt tragen.
    
    Diese Darstellungen sind typische alpenländische Weihnachtskrippen aus der Werkstatt von Hermann Biermeier.
- 19. Salvator Mundi in der Kofel Apotheke 
    
    Mit einem liebevollen und gütigen Blick steht das Jesuskind da. Der Siegeskranz als Hinweis für seine Rolle als Erlöser umgibt seinen Kopf. In der einen Hand hält er den Reichsapfel, als Zeichen für Christi Weltenherrschaft. Die andere Hand formt er zum Segensgestus. Jesus wird so zum “Salvator Mundi”, dem Retter der Welt.
    
    Diese Figur stammt von Herbert Köpf
- 20. Sternrundgang im EP: Ott
    
    Nur eine Woche nach Weihnachten wird das neue Jahr begrüßt. In dieser Zeit sind immer wieder drei Könige auf den Straßen Europas anzutreffen: Die Sternsinger. 
    Auch in Oberammergau gibt es den Brauch des Sternsingens, allerdings sieht dieser hier ganz anders aus. Beim „Großen Sterngang“ folgen Einheimische und Gäste am Silvesterabend einem Stern durch das Dorf. An 12 Stationen werden die eigens zu diesem Zweck komponierten Sternlieder gesungen. Manche dieser Lieder stammen sogar aus der Feder des Komponisten der Musik der Passionsspiele, Rochus Dedler (1779 – 1822). Am Schluss eines jeden Liedes erschallt der Wunsch „A guats nei´s Johr!“
    
    In dieser Krippe des Schnitzers Martin Müller sind die Oberammergauer Sternsinger mit dem Stern zu sehen. Das Original dieses Sterns ist während des Rundgangs beleuchtet und sein hölzerner Strahlenkranz rotiert um das in der Mitte dargestellte Christuskind.
- 21. Katholische Kirchenkrippe
    
    Wir beenden den Krippenweg mit einer, wie soll es anders sein, klasssischen Oberammergauer Krippe. Bei dieser Krippe handelt es sich um Gelenkfiguren, gekleidet in neapolitanischer Tradition. Zahlreiche Hirten strömen mit ihren Schafen an die Krippe in dem primitiven Stall. Über dem Ganzen schwebt die Taube im Strahlenkranz. Symbol für die Dreifaltigkeit aus dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist.
    
    Vielen Dank für den Besuch des Oberammergauer Krippenweges. Wir wünschen noch eine schöne Zeit hier im Ort, Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2026!

 

Impressionen

Oberammergau bei dichtem Schneefall

Die heilige Familie mit Engel in der historischen Kirchenkrippe in Oberammergau

Historische Kirchenkrippe Drei Könige