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Der Ammergauer Alpen Blog

BR-Radltour 2026: Warum Oberammergau ein ganz besonderer Etappenort wird

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Wenn sich im Sommer 2026 rund 1.000 Radfahrerinnen und Radfahrer auf den Weg durch Bayern machen, wird auch Oberammergau Teil eines der größten und beliebtesten Rad-Events des Freistaats. Seit 35 Jahren verbindet die BR-Radltour Bewegung, Gemeinschaft und Kultur – und begeistert damit Menschen weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Wir haben mit Janina Weber, Leiterin der BR-Radltour, über die Faszination des Events, die Wahl Oberammergaus als Etappenort und die besondere Atmosphäre entlang der Strecke gesprochen.

 

Seit vielen Jahren mit Herzblut dabei

Für Janina Weber begann die Geschichte mit der BR-Radltour bereits während ihrer Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk. Heute verantwortet sie die Gesamtleitung des Großprojekts und blickt auf viele Jahre Erfahrung zurück. „Über ein Jahrzehnt ist vergangen, viele Schritte – und Tritte – liegen hinter mir“, erzählt sie. „Geblieben und gewachsen sind die Faszination sowie die Aufgaben rund um das Großprojekt BR-Radltour.“ Besonders in Erinnerung bleiben ihr dabei nicht einzelne Etappen oder Konzerte, sondern die Menschen hinter der Veranstaltung.

„In der Leitungsposition berührt es mich vor allem, wenn am Projekt über Monate hinweg beteiligte Personen mich am Tag des Geschehens gestresst, aber freudestrahlend begrüßen und mir im Nachgang der Tour von ganz individuellen besonderen Momenten berichten.“

Mehr als eine Radreise

Was die BR-Radltour seit Jahrzehnten so besonders macht, ist die Kombination aus Radreise und Festivalerlebnis. „Radreisen gibt es unzählige, Konzertveranstaltungen ebenso. Die Kombination von beidem gibt es selten. Mit Historie und Ausmaß der BR-Radltour vergleichbar wohl gar nicht“, sagt Weber.

Die Tour geht 2026 in ihr 35. Veranstaltungsjahr und ist ihrem ursprünglichen Gedanken bis heute treu geblieben. Als öffentlich-rechtlicher Veranstalter verfolgt der Bayerische Rundfunk dabei weit mehr als sportliche Ziele. „Als nicht kommerzieller Veranstalter bieten wir niederschwellig einen Zugang zu Bewegung, nachhaltiger Mobilität, Gemeinschaft ebenso wie zu Kultur und Erlebnissen bei Familienfesten mit Konzert-Charakter. Und indem wir täglich von der BR-Radltour berichten – im Fernsehen, im Radio und digital – stellen wir die einzigartige regionale Vielfalt Bayerns einem breiten Publikum vor.“

Über mehr als 600 Kilometer hinweg erleben die Teilnehmenden Bayern aus einer ganz besonderen Perspektive. Tausende Menschen säumen die Straßen, begrüßen die Radlerinnen und Radler in den Zielorten oder feiern gemeinsam bei den Abendveranstaltungen. „Durch starke Partnerschaften und Kooperationen, bei denen ein Zahnrad ins andere greift, kann der BR dieses Wunderwerk an Großveranstaltung auch im Jahr 2026 noch stattfinden lassen.“

Warum die Wahl auf Oberammergau fiel

Nach mehr als drei Jahrzehnten Tourgeschichte ist die Suche nach geeigneten Etappenorten längst nicht selbstverständlich. „Nach drei Jahrzehnten mit Stationen in ganz Bayern ist es gar nicht so leicht, immer wieder neue Orte zu finden, die die organisatorischen und logistischen Anforderungen erfüllen und sich zudem passend in die Streckenführung einfügen.“ Umso größer war die Freude, als die Gespräche mit Oberammergau konkreter wurden. „Oberammergau in die Streckenführung einzubinden, bedeutet zwar etwas längere Etappen – der Weg wird sich allerdings mehr als lohnen“, sagt Weber. „Und das nicht nur, weil das Panorama spektakulär und der Ortskern wunderschön sind.“

Mit knapp 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zählt Oberammergau zu den kleineren Etappenorten der BR-Radltour. Genau darin sieht Weber jedoch einen besonderen Reiz. „Dieser Umstand macht es einer Kommune oft nicht einfacher, eine Großveranstaltung wie diese umzusetzen – das Ergebnis wird für gewöhnlich aber umso besonderer. Man spürt den Zusammenhalt, das Miteinander und die Lösungsorientierung.“ Auch das Leitmotiv der BR-Radltour werde in Oberammergau besonders deutlich sichtbar: „‚Gemeinsam unterwegs‘ ist das Motto der BR-Radltour, welches wir nicht nur auf dem Sattel, sondern auch innerhalb der vielen Tätigkeitsbereiche der Veranstaltung ans Licht bringen möchten.“

Die bisherigen Gespräche mit Verantwortlichen vor Ort hätten sie in ihrer Einschätzung bestärkt: „Die vielseitigen Gespräche mit und in Oberammergau gaben mir immer den Eindruck, hier genau richtig zu sein. Ich bin mir schon jetzt sicher, dass die BR-Radltour auch in Oberammergau unvergesslich bleiben wird.“

Eine Gemeinschaftsleistung vieler Partner

Eine Veranstaltung dieser Größenordnung kann nur gelingen, wenn viele Partner an einem Strang ziehen. Dabei spielen Kommunen, Vereine, Ehrenamtliche und Tourismusorganisationen eine entscheidende Rolle. „In Zusammenarbeit mit den regionalen und überregionalen Tourismusverbänden kann eine Kommune noch viel flächendeckender und vielseitiger agieren“, erklärt Weber. Von der Begrüßung der Gäste über die Präsentation regionaler Besonderheiten bis hin zur personellen Unterstützung entstünden wertvolle Synergien. „Hand in Hand arbeitend schafft man auch bei der BR-Radltour Synergien für alle.“

Hinter den Kulissen: Planung mit Plan A bis Z

Die Planungen für eine BR-Radltour beginnen lange bevor die Route offiziell vorgestellt wird. Viele Ideen entstehen bereits während einer laufenden Tour oder sogar Jahre im Voraus. „Gedankengänge für einige Eckpunkte zukünftiger Touren entstehen oftmals schon während der laufenden Tourplanung“, berichtet Weber. Doch bis aus einer Idee ein umsetzbares Konzept wird, müssen viele Faktoren zusammenpassen.

„Die größte Herausforderung dürfte die immerwährende Flexibilität sein – quasi ein ständiges Überarbeiten von Plan B bis Z.“

Ihr Kernteam besteht aus nur drei Personen. „Mein Kernteam mit drei Personen ist ständig unterwegs, am Telefon, in Terminen und eigentlich immer inmitten einer Lösungsfindung.“ Planänderungen gehören deshalb zum Alltag. „Mit so vielen Beteiligten sowie zeitgleich, aber ortsunterschiedlich stattfindenden Einzelprojekten gehören Planänderungen zum Alltag. Das macht die Arbeit herausfordernd, aber auch spannend.“

Was die Teilnehmenden erwartet

Die BR-Radltour bietet weit mehr als abwechslungsreiche Etappen und beeindruckende Landschaften.„Radfahrerisch lockt neben den vielfältigen Strecken, Landschaften, Orten und Panoramen sicher auch das Fahren auf abgesicherten Straßen“, sagt Weber. Hinzu kommen die Abendveranstaltungen mit kostenfreien Open-Air-Konzerten und einem vielfältigen Rahmenprogramm. Der eigentliche Kern der Veranstaltung liegt für sie jedoch woanders: „Der Kern der Veranstaltung und die einmalige Atmosphäre stammt allerdings aus der menschlichen Komponente.“

Rund 1.000 Menschen unterschiedlichsten Alters und Hintergrunds verbringen eine Woche gemeinsam auf dem Fahrrad. „Die BR-Radltour bietet unkomplizierten Zugang zum gemeinschaftlichen Erleben, zum Thema Radfahren sowie den vielseitigen Eindrücken und Ereignissen auf der ganzen Tourwoche.“

Dabei spielt auch das Thema Inklusion eine wichtige Rolle. „Selbst wenn bei solch einer Großveranstaltung leider nicht immer alles perfekt für jedes Bedürfnis ausgelegt sein kann, so geben sich alle Beteiligten größte Mühe. Auf der BR-Radltour hilft jede und jeder zusammen, damit alle gemeinschaftlich eine tolle Woche erleben können.“

Was die Tour letztlich so besonders macht, beschreibt Weber mit einfachen Worten: „Man hält zusammen, man schafft etwas gemeinsam – egal wer man ist oder welches Fahrrad man fährt.“ Und wenn Zuschauerinnen und Zuschauer die Teilnehmenden entlang der Strecke anfeuern, Plakate hochhalten oder sogar musikalisch begrüßen, werde der besondere Geist der Veranstaltung sichtbar. „Wir alle haben Gemeinwohl und Gemeinschaftssinn in uns – ab und zu muss man das in der Menge nur sichtbar machen.“

Wie die BR-Radltour Regionen nachhaltig stärkt

Die Wirkung der BR-Radltour endet nicht mit dem letzten Etappenziel.

„Die BR-Radltour wirkt nach“, sagt Weber – ein Satz, den sie regelmäßig in Gesprächen mit Gastgeberorten hört.

Viele Teilnehmende entdecken Regionen, die sie zuvor nie besucht haben. „Die Teilnehmenden sowie Abendgäste kommen an Orte, an denen sie gar noch nie waren und vielleicht auch nie hingekommen wären.“ Da während der Tour meist nur wenig Zeit bleibt, die jeweiligen Orte ausführlich zu erkunden, folgt oft ein zweiter Besuch. „Nach kurzem Besuch auf den Stationen der BR-Radltour ist ein Anreiz fürs Wiederkommen in der Zukunft durchaus gesetzt.“

Doch nicht nur touristisch hinterlässt die Veranstaltung Spuren. Auch innerhalb der Gastgeberorte entstehen nachhaltige Effekte. „Gemeinschaftlich zu bewältigende Herausforderungen – und bei all den Aufgaben zusammen ein tolles Erlebnis für so viele Menschen geschaffen zu haben – das schweißt zusammen und wirkt nach.“

„Einzigartig“

Während der Tour sitzt Janina Weber nicht nur am Schreibtisch, sondern auch selbst im Sattel. Als Leiterin des Fahrerfelds koordiniert sie die Geschwindigkeit, stimmt sich mit der Polizei ab und behält gleichzeitig das große Ganze im Blick. „Immer läuft irgendwas anders als gedacht“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Die BR-Radltour in drei Worten zu beschreiben, fällt ihr dennoch schwer. „Komischerweise fällt es mir leichter, sie mit einem Wort zu beschreiben: Einzigartig!“

Und ihr Rat an alle, die überlegen, selbst einmal dabei zu sein? „Machen!“

Wer die besondere Atmosphäre zunächst kennenlernen möchte, kann beim BR-Radltag erste Eindrücke sammeln. Für alle anderen bleibt noch genügend Zeit, sich auf die BR-Radltour 2027 vorzubereiten. Fest steht schon heute: Wenn die BR-Radltour 2026 in Oberammergau Station macht, dürfen sich Teilnehmende, Gäste und Einheimische auf ein außergewöhnliches Gemeinschaftserlebnis vor beeindruckender Alpenkulisse freuen.