Geschichte des Ortes

Die Frühgeschichte des Ammergaus ist weitgehend unbekannt. Für eine zeitweise Anwesenheit der Kelten spricht der Flussname Ammer (bedeutet Wasser). Die Grabungen, die vor Jahren auf dem südlich gelegenen Döttenbichl durchgeführt wurden, förderten in den 1990er Jahren sensationelle Funde zutage. In diesem Heiligtum oder nahebei lieferten sich 15 v. Chr. römische Soldaten mit der einheimischen Bevölkerung einen Kampf. Demnach war das Ammertal nicht unbesiedelt wie angenommen, sondern vom alpinen Stamm der Räter bewohnt. Ein Themenweg setzt sich an dieser archäologischen Stätte mit der frühen Ammergauer Siedlungsgeschichte auseinander.

Gegen Ende des 9. Jh. Tauchte der Name Ammergau erstmals als Bezeichnung für einen Landstrich unter der Herrschaft der Welfen auf. Der Ortsname „Ambergove“ lässt sich zuerst ca. 1150 nachweisen. Der Ammergau tritt deutlich hervor, als Kaiser Ludwig der Bayer im Jahr 1330 das Kloster Ettal gründete und mit all seinen Gütern aus dem Konradinischen Erbe ausstattet. Den Oberammergauern verleiht er besondere Privilegien mit dem Erb- und Baurecht auf ihren Landgütern.

1563 erhielten die Ammergauer Schnitzer durch den Abt von Ettal eine eigene Handwerksordnung. Während zu dieser Zeit der Verkauf weitgehend vor Ort stattfand, entstanden im 18. Jahrhundert mehrere Oberammergauer Verlegerhäuser mit Niederlassungen in ganz Europa. Von dort aus übernahmen sogenannte Kraxenträger als Hausierer den Verkauf der Ware. Die Schnitzkunst wurde zum Haupterwerb.

Ein weiterer Erwerbszweig ist die Lüftlmalerei, die mit dem, in Oberammergau heimischen Maler Franz Seraph Zwinck (1748 - 1792) ihren Höhepunkt erreichte. Mit ihm fand sich eine Künstlerpersönlichkeit, die Darstellungskunst und Technik perfekt in sich vereinte. Zwinck wurde somit zum prägenden Lüftlmaler Oberammergaus und Umgebung. Seine Werke, aber auch die anderer Künstler verleihen Oberammergau bis heute dieses besondere Ortsbild.

Im 19. Jh. wurde Oberammergau dann weltberühmt mit seinen Passionsspielen, welche nach dem Pestgelübde im Zehn-Jahres-Rhythmus schon seit 1634 aufgeführt werden. Leichte Verschiebungen gab es durch verschiedene Kriege. Ab 1680 Übergang zu den Aufführungen in den Zehnerjahren.

 

Weitere Informationen hält der historische Verein Oberammergau bereit:

 

Impressionen aus dem Ort